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Tage wie dieser...

 

 

Es gibt diese Tage, die einem gerade heruntergerollten Teller gleichen. Noch nicht wirklich in Scherben zerfallen, aber auch nicht mehr richtig ganz. Die Risse ziehen sich gefährlich tief und drohen im nächsten Moment einen großen Scherbenhaufen auf dem Boden zu hinterlassen.Sie haben den Geschmack eines zu heiß geratenen Kakaos, der auf der Oberfläche schon Haut gebildet hat, schleimige, klebrige Haut. Ungewaschen und strähnig ziehen sich die Stunden, in denen so viel Aufregendes geschehen könnte… und das Aufregendste doch nur der Gang zum leeren Postkasten bleibt.

Am liebsten würde man seine grummelige Laune eine extra Runde Schlaf gönnen, stattdessen holt man lustlos Pinsel und Farbstifte heraus, Stoffreste und Papier, um den Nachwuchs bei kreativer Laune zu halten.

Ob Sommer oder Winter, Herbst oder Frühling, solche Tage lauern immer um die Ecke. Gerade wenn man nichts ahnend sein noch müdes Morgengesicht der Welt entgegengähnt, springen sie heraus, plumpsen schwer auf die Brust und schlagartig wird einem klar- komme was wolle, heute ist ein mausgrauer Ekeltag. Oder etwa nicht?

Plötzlich läuft ein kleiner Oogie Boogie um die Ecke, der die Würfel des Lebens gerade mit roter Farbe überzogen hat und sie nun freudestrahlend hin und her schwenkt. »Wie lange noch bis Halloween?« fragt eine kleine Stimme. Aus dem Nichts tauchen bunte, perlenbestreute Plätzchen of all shapes and sizes und am Ende des Tages sitzen alle, versammelt um einen dampfenden Topf voll Chili. Aus dem Nass und Grau wird schnell wohlige Gemütlichkeit und hell erleuchtet geht ein grauer Tag zu Ende. Es hat nur einen Augen-blick, so winzig wie eine Zuckerperle auf einem Plätzchen, gebraucht, zwei kleine rotbemalte Kinderhände, die einem mal wieder das Geheimnis vom Leben und Glück eingeflüstert haben -

Familie ist das Beste, was es gibt. Kleine Heldinnen mit viel Liebe und Chaos im Herzen, die den Faden des Lebens weiterspinnen, sogar an einem mausgrauen, mit Rissen durchzogenen Ekeltag.

 

 

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